Hand mit aufgestapelten Geldmünzen
Familienmitglieder meherer Generationen
Puzzelhaus in zwei Hälften geteilt

Fragen & Antworten

Unterstrich Überschrift

1. Darf man einen Erbteil verkaufen?

Setzt ein Erblasser in einem Testament oder Erbvertrag mehrere Erben ein, bilden diese eine Erbengemeinschaft. Das gilt auch bei gesetzlicher Erbfolge. Möchte einer der Miterben kein Teil dieser Erbengemeinschaft sein und aus dieser austreten, kann er seinen Erbteil verkaufen. Mit einem notariell beurkundeten Verkaufsvertrag kann der Erbe seinen gesetzlichen oder im Testament zugesprochenen Erbteil sowie damit verbundene Rechte und Pflichten an einen Käufer übertragen.

Ein Verkauf ist jederzeit und ohne die Zustimmung der Miterben möglich. Der Erbe sollte sich jedoch im Klaren darüber sein, dass er mit einem Verkauf des Erbteils alle Ansprüche am Erbe verliert und diese im Nachhinein nicht mehr geltend machen kann. Er erhält stattdessen den Kaufpreis.

 

2. Wann ist ein Verkauf von Erbteilen sinnvoll?

In einer Erbengemeinschaft treten häufig Uneinigkeiten über die Verteilung des Erbes zwischen den Miterben auf. Auch in diesem Fall kann es sinnvoll sein, dass ein Miterbe seinen Erbteil verkauft – so kann er die Erbengemeinschaft verlassen und trotzdem von seinem Erbteil profitieren. Ein Einverständnis der Miterben ist dabei nicht nötig, sodass der Erbe eigenständig über den Verkauf seines Erbteils entscheiden kann. 

  

3. Voraussetzungen, um bei Erbengemeinschaften den Erbteil zu verkaufen

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Es besteht eine Erbengemeinschaft,
  • die Größe der Erbanteile steht fest,
  • und alle Aktiva und Passiva aus dem Erbe können von uns ermittelt werden.

Nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

 

4. Rechte & Pflichten von Miterben

Damit ein Miterbe seinen Erbteil verkaufen kann, ist kein Einverständnis der Miterben nötig.  Da bei einem Erbteilsverkauf ein Dritter in die Erbengemeinschaft eintreten könnte und die Erbengemeinschaft deshalb direkt vom Verkauf betroffen ist, besteht eine Mitteilungspflicht gegenüber den Miterben. Das bedeutet, dass der Erbe, der seinen Teil am Erbe verkaufen möchte, seine Miterben darüber informieren muss. Nach dem Abschluss des Kaufvertrages übernimmt der Notar die Informationspflicht.

 

5. Vorkaufsrecht der Miterben

Das Vorkaufsrecht kann bis zu zwei Monate nach Kenntnisnahme über den Verkauf in Anspruch genommen werden. Hält der Verkäufer im Kaufvertrag andere Fristen für ein Vorkaufsrecht fest, gelten allerdings diese anstatt der rechtlich festgelegten Fristen.

 

6. Rechten und Pflichten von Verkäufer

Wollen Erben ihren Erbteil verkaufen, müssen sie einen geeigneten Käufer finden und mit diesem einen Kaufvertrag aushandeln. Anschließend muss der Kaufvertrag von einem Notar beurkundet werden – erst dann können alle erbrechtlichen Rechte und Pflichten auf den Käufer übergehen. Da die Miterben ein Vorkaufsrecht haben, muss der verkaufende Erbe allerdings erst die Fristen für das Vorkaufsrecht abwarten, bevor der Kaufvertrag mit einer dritten Person rechtsgültig wird.

 

7. Form & Inhalt eines Erbteilverkaufsvertrags

Wird ein Erbteil verkauft, ist ein Verkaufsvertrag zu erstellen – dieser muss wie bei Verträgen üblich verschiedenen Form- und Inhaltsvorschriften genügen. Wichtig ist, dass beide Vertragsparteien mit den inhaltlichen Regelungen einverstanden sind, den Vertrag unterzeichnen und eine notarielle Beurkundung durchgeführt wird.

 

8.  Wichtige Inhalte

Damit keine Missverständnisse zwischen den Vertragsparteien aufkommen und der Vertrag vollständig ist, können möglichst ausführliche Regelungen zum Verkauf bestimmt werden. Folgende Fragen können im Vertrag auf jeden Fall geklärt werden:

  • Wer sind die Vertragsparteien?
  • Wer ist der Erblasser?
  • Wer ist Verkäufer, wer Käufer?
  • Was ist das Verkaufsobjekt/Was soll verkauft werden?
  • Wer trägt eventuell anfallende Kosten?
  • Wer haftet für Altlasten, die aus dem Erbe hervorgehen?
  • Was muss der Käufer als Gegenleistung zum Erbteil an den Verkäufer zahlen?
  • Welche Frist soll für ein Vorkaufsrecht gelten?

Da Verträge immer individuell auf jeden Fall angepasst werden müssen, kann es sinnvoll ein, einen Anwalt für die Vertragserstellung zu beauftragen. Dieser trägt dafür Sorge, dass der Vertrag korrekt aufgesetzt und angemessen formuliert ist sowie alle wichtigen Regelungen erhält.

 

9. Ablauf eines Erbteilverkaufs

Hat der Verkaufswillige Erbe einen Interessenten für den Erbteil gefunden, muss ein notariell beurkundeter Kaufvertrag abgeschlossen werden. Dafür können zunächst alle Regelungen mit dem Käufer ausgehandelt und für den bereits fertigen Vertrag eine Beurkundung bei einem Notar durchgeführt werden.

Nach dem Abschluss des Kaufvertrages muss dann die Erbengemeinschaft darüber benachrichtigt werden, dass ein Miterbe seinen Erbteil verkaufen möchte. Diese können dann ihr Vorkaufsrecht geltend machen. Tun sie dies, willigen sie in den Verkaufsvertrag ein und der Dritte hat keinerlei Anspruch. Nur wenn die Miterben kein Interesse an einem Vorkauf haben und die gesetzte Frist verstreichen lassen, geht der Erbteil an die dritte Person über.

Vom Start der Verhandlungen bis zum Erhalt der Zahlungen verstreichen oft mehrere Monate – so kann ein Erbe, der seinen Erbanteil verkaufen möchte, mit ca. vier Monaten bis zum Abschluss des Vertrages rechnen.

  

10. Teilungsversteigerung

Befinden sich beispielsweise Immobilien oder Grundstücke in der Erbmasse, kann eine Teilungsversteigerung vorteilhaft sein. Bei dieser wird eine Sache aus dem Erbe versteigert und der Erlös kommt der Erbengemeinschaft zu – damit profitieren alle Erben von der Versteigerung und die Erbengemeinschaft wird aufgelöst

 

11. Vorteile

  • Als Verkäufer treten Sie aus der Erben- oder Eigentumsgemeinschaft aus
  • Keine Kosten und Risiken mehr
  • Sie bekommen sofort Geld
  • Streitigkeiten werden beendet
  • Sie haben Ihren Miterben oder Miteigentümern ein Schnippchen geschlagen
  • Mehr Zeit für die wichtigen Dinge